Spaziergang durch die geschützten Kulturgüter der Gemeinde Matulji
Zvonejske njivi
Zvonejske njivi (Die Felder von Zvoneća), am Rande des gleichnamigen Dorfes in der Gemeinde Matulji gelegen, sind ein weniger bekanntes, jedoch äußerst beeindruckendes Denkmal ländlicher Baukunst, das mit den bekannteren Terrassen von Bakar (Bakarski prezidi) vergleichbar ist. Sie entstanden zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert durch die mühsame Arbeit Generationen von Bauern aus Zvoneća, die in Trockenbauweise rund sechzig Hektar steiniger Terrassen auf einer Seehöhe von 300 bis 450 Metern errichteten. Heute wird nur noch ein Teil der Flächen bewirtschaftet, doch die Trockenmauern sind weiterhin auf dem Großteil des Geländes präsent – auf den gepflegten Parzellen gut erhalten, auf den vernachlässigten hingegen dem natürlichen Verfall überlassen. Diese Terrassen bildeten jahrhundertelang das Zentrum des Weinbaus, wobei besonders die autochthone Rebsorte Jarbola hervorzuheben ist, die hier seit über hundert Jahren beheimatet ist. Die Bedeutung von Zvonejske njivi wurde 1994 offiziell anerkannt, als sie als Kulturdenkmal registriert wurden, was ihren Wert sowohl als kulturelles als auch als natürliches Erbe bestätigt.

Ruralna cjelina - Veli Brgud
In Anbetracht des Einklangs mit der natürlichen Umgebung, der räumlichen Organisation und des Namens selbst deutet Veli Brgud auf einen mittelalterlichen Ursprung der Siedlung hin, der eng mit der Weidewirtschaft, dem Wald und später auch mit dem Ackerbau und Weinbau verbunden ist. Vom Dorfzentrum, „Ravnice" genannt, verzweigen sich die Wege nach Süden in Richtung Rijeka, nach Norden in Richtung Šapjane und nach Nordwesten in Richtung Žejane. Einst fungierte das Dorf als wirtschaftlicher Vermittler zwischen den genannten Siedlungen und dem gesamten Učka-Gebiet einerseits sowie Rijeka und seiner Umgebung andererseits. Die Wirtschaftsgebäude spiegeln einen älteren Typus der Steinarchitektur mit Pflanzendeckung und charakteristischem Treppengiebel wider, während die Wohnhäuser die Entwicklung von einfachen mittelalterlichen Erdgeschosshäusern bis hin zu komplexeren Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert aufzeigen.

Breški dol
Breški dol ist eine geomorphologische Form – eine Doline – im Ort Brešca in der Gemeinde Matulji. Aufgrund ihrer Trichterform weist die Doline Breški dol eine vertikale Vegetationszonierung auf, was bedeutet, dass sich die Pflanzengesellschaften mit zunehmender Tiefe und den damit verbundenen Bedingungen (Schatten, Feuchtigkeit, Temperaturunterschiede) innerhalb der Vertiefung verändern. Im Flächennutzungsplan der Gemeinde Matulji wurde Breški dol zur Unterschutzstellung in der Kategorie „Botanisches Reservat" vorgeschlagen und in den Planungskarten ausgewiesen (ca. 13,19 ha).
Memorijalna cjelina naselje Lipa (Gedenkstätte Siedlung Lipa)
Nach dem Zerfall Österreich-Ungarns im Jahr 1919 fiel das Gebiet des Liburnischen Karsts an das Königreich Italien und kam nach der italienischen Kapitulation 1943 unter deutsche Besatzung. General Ludwig Kübler erließ damals einen Befehl, wonach jede Unterstützung der Partisanen mit der Todesstrafe geahndet wurde – ein Dokument, das heute in der Dauerausstellung des Zentrums ausgestellt ist. Das Dorf Lipa, das sich auf die Seite der Partisanen stellte, wurde zum Ziel der Besatzer. Während des Feldzugs am 30. April 1944 töteten deutsche Soldaten Zivilisten, plünderten und brannten das Dorf nieder, wobei sie alles fotografisch festhielten. Dank des Mut einer Angestellten eines Fotogeschäfts in Ilirska Bistrica wurden die Fotografien gerettet, die heute Zeugnis von diesem Verbrechen ablegen. Rund einhundert überlebende Bewohner von Lipa bauten nach dem Krieg ihre Häuser und ihr Leben wieder auf. Im Jahr 1945 wurde mit Branko Afrić das erste Nachkriegskind geboren, und 1965 wurde der Fonds für den Wiederaufbau von Lipa gegründet.
Das Dorf Lipa ist als Gesamtanlage von besonderer historischer Bedeutung im Zusammenhang mit faschistischen Verbrechen registriert. In Lipa befindet sich auch das Gedenkzentrum „Lipa pamti" (Lipa erinnert), eine Außenstelle des Schifffahrts- und Geschichtsmuseums des Kroatischen Küstenlandes Rijeka, die dem Leiden von Lipa am 30. April 1944 gewidmet ist. Jedes Jahr am 30. April findet die Gedenkveranstaltung „Lipa pamti" statt – zu Ehren der Opfer und als dauerhafte Mahnung an das Verbrechen sowie an die Kraft des Lebens.

Web Page : Memorijalni centar Lipa pamti (Gedenkstätte Siedlung Lipa): https://ppmhp.hr/lipa/o-centru/
Schifffahrts- und Geschichtsmuseum des Kroatischen Küstenlandes Rijeka – Virtueller Rundgang durch Lipa: https://ppmhp.hr/360-setnja-lipom/
Schifffahrts- und Geschichtsmuseum des Kroatischen Küstenlandes Rijeka – Virtueller Rundgang durch Lipa: https://ppmhp.hr/360-setnja-lipom/



